Mauro Spaniol, Geraldo Nague und Tone Steiner (Clubheimwirt im Bezeggstadion) sind allesamt Mittelwälder, heute jedenfalls. Die private Vergangenheit der Drei ist sehr ähnlich: sie verließen vor knapp 30 Jahren ihre Heimat Brasilien, um im Bregenzerwald, fern ihres Zuhauses eine neues Leben zu beginnen. Heute sind Mauro, Geraldo und Tone als Doppelstaatsbürger richtige „Mittelwälder“ geworden, in handwerklichen und gastronomischen Betrieben im Would tätig und leben glücklich mit ihren Familien in unserer schönen Talregion.

Etwas anders verlief die Biografie eines 1999 18-jährigen Samba-Kickers namens Reinaldo Silva Ribeiro, aufgewachsen in der Stadt Muriaé, 300 Kilometer nördlich von Rio de Janeiro. Von der Talenteschmiede des FC Flamengo, beheimatet im legendären Maracana-Stadion, wechselte der Jungspund ohne irgendwelche Deutschkenntnisse zum damaligen FC Tirol, trainiert von Kurt Jara. Dort kickte er ein Jahr in der „goldenen Innsbrucker Generation“ mit Fußballgrößen wie Michi Baur, Robert Wazinger und Roli Kirchler, ehe er an Wattens und später Hall verliehen wurde. Über den damaligen Rankweil-Manager Ströhle kam „Ribi“ nach Vorarlberg. Dort bildete er den Dreiersturm bei RW Rankweil, gemeinsam mit Rene vdthannen und Ueverton da Silva. Es folgten Profistationen in Altach und Lustenau, ein kurzes Gastspiel in Vöcklabruck. Über die Umwege Bregenz, Langenegg und Dornbirn fand aber auch „Ribi“ seine Fußballheimat im Mittelwald, beim FC Andelsbuch.

 Die lange Tradition und der freundschaftliche Kulturaustausch mit Brasilianern im Bregenzerwald nimmt der Simma Electronic FC Andelsbuch zum Anlass, den Derbytag gegen die Nachbarsfreunde aus Egg ganz im Zeichen der größten und bevölkerungsreichsten Nation in Südamerika zu organisieren. Ein sportliches Revivel gibt es allemal: denn bereits in den 90er Jahren probten die Egg-Brasilianer den „Turnieraufstand“ beim alljährlichen Pfingst-Ortsvereineturnier in Andelsbuch und standen oft im Finale, zumeist gegen das „Weiße Ballett“ mit Mannschaftsorganisator Alois „Liss“ Lipburger.

„Brasilianisch Himmelfahrt“ an Christi Himmelfahrt soll dazu beitragen, dass der Sport, insbesondere der Fußball, seinen Dienst am Kulturaustausch, gelebter Integration und gesunder, freundschaftlicher Rivalität zwischen den Nachbargemeinden leistet. Einem heißen Samba-Derby und einer feurigen 3. Halbzeit zusammen mit Andelsbuchern, Eggern, Brasilianern, Deutschen und Österreichern steht jedenfalls nichts im Wege.

Anpfiff zum Derby um die Bregenzerwälder Vormachtstellung in der Vorarlbergliga: Donnerstag, 14.5. um 11:00 Uhr.

Rahmenprogramm:

Harley-Davidson Motorrad-Penaltyschießen organisiert von Mandi Scalet

Churrasco-Grillmenüs zu Mittag

Samba-Tanzshow auf dem Rasen

Caipirinha-Cocktail-Bar

Plakat: