Quelle: www.wearefootball.com;

Hallo Sebastian!

Mit gerade einmal 20 Jahren zählst du beim Andelsbucher 1b-Team zum Stammpersonal, und dass obwohl du seit Oktober den Wehrdienst absolvierst. Dein Team liegt zur Winterpause mit nur zwölf Punkten im Tabellenkeller. Wie fällt dein Resümee zum Herbst aus und was ist im Frühjahr noch möglich?

Ich glaube ich muss nicht verschweigen, dass wir im Herbst klar unter unseren Erwartungen geblieben sind. Nach dem tollen Frühjahr 2014 war eine Art Aufbruchsstimmung in unserer Mannschaft zu erkennen, welche wir auch in die neue Saison mitnehmen wollten. Leider kassierten wir zu Beginn knappe Niederlagen gegen durchaus schlagbare Gegner und uns wurde bewusst, dass es eben nicht von alleine läuft. Je länger die Herbstrunde dauerte, desto besser konnten wir uns erfangen und noch einige wichtige Punkte sammeln. Mir ist klar, dass es im Frühjahr nicht einfach wird, aber mit viel Kampf- und Teamgeist ist für unsere Mannschaft noch alles möglich. Wir haben ja in mehreren Meisterschaftsspielen aber auch in den Cupspielen gegen Schwarzenberg und Tisis gezeigt, was wir wirklich können und wollen in der Rückrunde konstant diese Leistung abrufen. Gelingt uns dass, werden wir Sicherheit am Ende auch die nötigen Punkte für das primäre Ziel, den Klassenerhalt, auf unserem Konto haben.

Höchst 1b führt die 3. Landesklasse vor Doren und Wolfurt an. Was denkst du, welche Mannschaften werden sich am Ende der Saison in dieser spannenden Liga durchsetzen?

Die Liga ist wirklich sehr spannend, das zeigt auch die Tatsache, dass vom 2. bis zum 8. Platz nur fünf Punkte Unterschied sind. Die drei Spitzenteams haben eine tolle Hinrunde gespielt, nachlassen dürfen sie jetzt aber nicht, denn hinter ihnen warten viele Mannschaften, die nach einer starken Herbstrunde hungrig auf mehr sind. Wer das Rennen machen wird, kann man nur schwer sagen. Doch so viel ist sicher: es wird mit Sicherheit knapp und spannend werden.

Die erste Elf des FC Andelsbuch nahm im Winter zwei Brasilianer unter Vertrag und antwortete damit auf die Verletzungsmisere in den letzten Monaten. Ist das deiner Meinung nach der richtige Schritt, oder hätten deiner Ansicht nach junge Eigenbauspieler den Platz im Kader füllen sollen?

In meinen Augen ist es absolut ein Schritt in die richtige Richtung um die jungen Spieler ein wenig zu entlasten und nach und nach an das Tempo der Vorarlbergliga heranzuführen. Nach den zahlreichen Verletzungen vieler Stammkräfte mussten einige junge Spieler, die zuvor großteils im 1b zum Einsatz kamen, nachrücken und gleich von Beginn an ran. Ohne Ausnahme haben diese ihre Aufgaben auch tadellos gemeistert, doch um auf diesem Niveau durchgehend ganz vorne mitzuspielen, braucht es ein wenig Zeit und somit auch einfach einen großen Kader und den hatte man im Herbst einfach nicht. Dazu ist noch gekommen, dass sich Boris Simma beim Seehallencup schwer verletzt hat und dadurch ein weiterer Stammspieler für den Frühling ausfällt. Mit „Uwe“ (Ueverton da Silva) kommt ja ein alter Bekannter, der uns in der Regionalliga schon einmal ausgeholfen hat, er wird mit Sicherheit wieder für einigen Schwung sorgen. Den Zweiten kenne ich bis jetzt noch nicht und kann damit wenig sagen, aber auch er kann uns laut einigen Experten sicher weiterhelfen. Natürlich äußerten sich in letzter Zeit viele Kritiker zu den Transfers und auch zur Nachwuchsarbeit, doch neben den zwei Brasilianern werden jetzt im Winter auch Pascal Kleber, Fabian Schwarz und ich, zu den sonst schon im Eins vertretenen jungen Spieler, vom 1b zur Kampfmannschaft dazustoßen. Sicher wird es durch die Neuverpflichtungen nicht einfacher für die “Jungen” von Beginn an ran zu dürfen, aber Konkurrenzkampf gehört zum Fußball einfach dazu. Wir werden mit Sicherheit zu Einsatzminuten kommen und dort auch alles geben, um die Chance zu nutzen.

Auch du warst beim Hallenmasters in Wolfurt mit von der Partie und hast dabei wohl für ein Novum gesorgt, als dich der Schiedsrichter (dein Vater Sigi) mit einer Zwei-Minuten-Strafe des Platzes verwiesen hat. Wie ist es, wenn der Vater Schiedsrichter zu gleich ist?

Ich habe mir fast gedacht, dass eine Frage zu dieser Aktion kommt. Sicher ist vielen bekannt, dass ich auf dem Platz ein Hitzkopf und eben auch manchmal mit einigen Entscheidungen des Schiedsrichters nicht einverstanden bin, aber Emotionen gehören zum eben Fußball dazu. Novum stimmt nicht ganz, vor ein paar Jahren habe ich von ihm auch schon eine gelbe Karte wegen Kritik bekommen, also war das eher nichts Neues. Dazu muss ich sagen, dass sowohl die Zwei-Minuten-Strafe, als auch die gelbe Karte völlig gerechtfertigt waren und das gute Verhältnis zu meinem Vater, trotz Meinungsverschiedenheiten, nie darunter gelitten hat. Doch was im Spiel passiert sollte nach dem Spiel wieder vorbei sein. Deshalb gebe ich auch jedem Schiedsrichter die Hand, denn wie gesagt, Emotionen gehören während den 90 Minuten dazu, aber länger sollten sie dann auch nicht dauern.
Schiedsrichter – wäre das nichts für dich?
Zurzeit fehlt mir einfach die Zeit dazu, da ich neben meiner Spielertätigkeit auch im Nachwuchs des FC Andelsbuch ein Traineramt ausübe. Aber wer weiß, vielleicht schaut das in ein paar Jahren wieder ganz anders aus.
Du wirst in Kürze deinen Wehrdienst abschließen. Wohin wird es dich danach beruflich, als auch sportlich ziehen?
Nach dem Wehrdienst werde ich wahrscheinlich arbeiten, aber wo steht bisher noch fest. Sportlich gibt es einige Ziele: Priorität Nummer eins ist natürlich nicht abzusteigen und bis zum Ende der Saison noch auf einen einstelligen Tabellenplatz vorzurücken. Auch ich möchte mich immer weiterentwickeln, um vielleicht bald in der Kampfmannschaft Fuß fassen zu können.
Danke für das Interview Sebastian und viel Glück im Frühjahr!