Heimspiele im Frühjahr in Andelsbuch haben einen hohen Wert an Unterhaltsamkeit und scheinen zum „Erlebnis“ für Jedermann zu werden. So auch im Derby gegen Alberschwende, bei perfekten äußeren Bedingungen und 900 Zuschauern. Die „Fragen zum Derby“ im Vorfeld konnten schlussendlich FAST alle mit JA beantwortet werden, erfreulich das Heli H. seine Torsperre mit der Entscheidung beenden konnte. Aber die Alberschwender müssen im nächsten Jahr einen neuerlichen Anlauf für die „Mission Auswärtssieg in Andelsbuch“ nehmen und somit auf das 20. Jahr hoffen.

Aber alles der Reihe nach: Das Spiel begann vorsichtig, beide Abwehrreihen ließen sich nicht herauslocken, die Heimelf hatte mehr Ballbesitz, die Grün-Schwarzen waren vor allem durch Freistöße von der rechten Seite durch Linksfuß Betsch gefährlich. Eine Schwächung für die Heimelf sicherlich auch das frühe Ausscheiden von Goalgetter Rochus Schallert aufgrund einer Oberschenkelzerrung. Für ihn kam, der vor allem in der 2. Halbzeit groß aufspielende Routinier Christof Wirth.  Kurz vor der Halbzeit die Führung für die Mittelwälder, als nach Alleingang von Valdeir ein Kurzpassspiel am Sechzehner folgte und Uwe da Silva den Ball geschickt in den freien Raum mitnahm und mit einem Flachschuss traf.

Nach der Pause ein offener Schlagabtausch: zuerst besorgte Valdeir Dias mit einem abgefälschten Freistoß das 2:0, bereits im Gegenzug aber eine zu aggressive Attacke von Hinten durch Innenverteidiger Fink David, wodurch der ehemalige Bundesliga-Schiri Gangl sofort auf den Elfmeterpunkt zeigte. Den Strafstoß verwertete Jan Gmeiner sicher zum Anschluss. In weiterer Folge war die Heimelf zu passiv und die Alberschwender drängten die Blau-Weißen immer mehr in die Defensive, einige Freistöße und Eckbälle führten zu Torchancen zum Ausgleich. Der nächste Treffer viel aber zu diesem Zeitpunkt überraschend auf der Heimseite. Wirth spielte einen geschickten Heber auf Heli Hafner, dieser nahm Tempo mit dem Ball auf und wurde beim Hacken von den Beinen geholt. Den fälligen Elfer netzte Andi Bechter ebenso sicher in die Maschen zum 3:1. Auch zu diesem Zeitpunkt steckte das Auswärtsteam nie auf und  schafften nach einem Torwartfehler den Rückstand zu minimieren, als Schneider einen langen Ball vor die Füße eines Alberschwenders abklatschen ließ. Dessen Schuss wurde zuerst abgeblockt, den Abpraller verwertete Bodemann aber aus kurzer Distanz zum 3:2. Bereits zwei Minuten später die große Chance auf den Ausgleich: nach einem unnötigen Ballverlust der Andelsbucher, Kontersituation und Passstaffete über Links nach Rechts, über Klaus Sohm kam der Ball zu Kohler, dessen Schuss parierte Schneider mit einer Fußabwehr und machte seinen vorigen Fehler wieder gut.

Das Schicksal wollte es, dass die Spielentscheidung ausgerechnet der Andelsbucher Goalgetter Heli Hafner, davor über 1.000 Minuten ohne Tor und nach dem Ausfall von Rochus S. in den Sturm beordert, erzwang. Nach einem Missverständnis in der Alberschwender Innenverteidigung reagierte Hafner am Schnellsten und drückte den Ball mit Links an Zehrer vorbei zur Entscheidung über die Linie.

Einen bitteren Wehrmutstropfen mussten die Andelsbucher aber auch nach der sportlichen Entscheidung schlucken: in der 85. Minute stockte den Zuschauern auf der Tribüne der Atem. Nach einem unglücklichen Zweikampf verdrehte sich Andi Bechter das Bein, der laute „Schnall“ war im ganzen Stadion zu hören und der bereits angeschlagene und mit Schmerzmittel ins Spiel gegangene Bechter musste von Sanitätern vom Platz getragen werden. Diagnose: Außenbandriss im Knöchel, MRT vom Kniegelenk noch ausständig, scheint aber größtenteils ok zu sein. Seit nunmehr 8 Jahren spielt der gebürtige Hittisauer nunmehr in Andelsbuch, spielte mehr oder weniger fast alle Spiele, dies ist die erste größere Verletzung des Dauerläufers. Der gesamte Verein wünscht dem „Sportler durch und durch“ eine baldige und gute Genesung. Andi, komm bald wieder zurück auf den grünen Rasen!!

Fazit zum Spiel: was die Spielanlage und die fußballerische Technik betrifft kann man von einem verdienten Derbysieg der Andelsbucher sprechen, dennoch ein großes Lob an die Alberschwender für ihre kämpferische Einstellung. Nach zweimaligem Anschlusstor hätten sie sich mit etwas Glück sogar einen Punkt verdient gehabt. Details zum Spiel:

http://www.vfv.at/netzwerk/druck/670725461856634215_100071-999351888271214310.htm

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